Der DLR-Test, Untertest für Untertest
Der Eignungstest des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt steht am Anfang fast jeder Pilotenbewerbung in Deutschland. Auf dieser Seite steht, was in den einzelnen Untertests verlangt wird und was beim Üben tatsächlich hilft — ohne erfundene Zahlen und ohne Versprechen.
Die elf Untertests
Elf, nicht zehn: Technik und Physik waren in der Prüfung, auf der diese Seite beruht, zwei getrennte Module — kurz nacheinander. Viele Übersichten im Netz führen sie als eines.
- RMSZahlenkettenRunning Memory SpanZiffernfolgen über Kopfhörer merken und rückwärts eingeben. Länge wird nicht angekündigt.
- OWTOptische WahrnehmungOptical Perception TestEin 3×3-Feld aus Uhren erscheint kurz. Nur die Uhren, die der Vorgabe entsprechen, zählen — deren Zeiten in Lesereihenfolge eingeben.
- WFGWegfigurenWay FiguresEinem verschlungenen Weg folgen und die Kurven in eine Richtung zählen.
- PPTWürfelklappenCube Folding TestEin Würfelnetz im Kopf falten und den passenden Würfel aus fünf finden.
- KRNKopfrechnenMental ArithmeticAufgaben werden vorgelesen — im Kopf lösen, ohne Papier und ohne Taschenrechner.
- MICMonitoring & InstrumenteMonitoring and Instrument ControlDrei Instrumente auf ihren Marken halten — und nebenher auf vorgelesene Zahlen reagieren.
- ENSEnglischEnglishGrammatik, Redewendungen und Synonyme — schriftlich, unter Zeitdruck.
- TVTTechnikTechnical ComprehensionZahnräder, Hebel und Flaschenzüge — überlegen statt rechnen.
- PHYPhysikPhysicsFormeln, Rechnen und bekannte Werte — Dichte, g, Schallgeschwindigkeit.
- VMCVisuelles GedächtnisVisual Memory CapacitySich Bildinhalte und Positionen einprägen und wiedererkennen.
- SKTDreieckstestTriangle TestDreiecke im Dauerlauf mit dem jeweils vorigen vergleichen — Farbe, Punkte, oder weder noch.
Was der Test misst — und was das fürs Üben heißt
Das Ergebnisblatt vergibt keine Punkte je Untertest. Es bewertet Kompetenzbereiche mit je einem Buchstaben, und mehrere Untertests zahlen auf denselben Bereich ein. Wer also in einem Bereich schwach abschneidet, weiß daraus noch nicht, welcher Untertest ihn heruntergezogen hat.
Daraus folgt das Unbequeme an der Vorbereitung: es genügt nicht, den einen Untestest zu üben, der einem am wenigsten liegt. Und es genügt erst recht nicht, den zu üben, der Spaß macht.
Häufige Fragen
- Kann man den DLR-Test überhaupt üben?
- Teilweise. Was man klar verbessern kann, ist der Umgang mit der Aufgabenart: wer ein Würfelnetz zum ersten Mal im Kopf faltet, ist langsamer als jemand, der es zum fünfzigsten Mal tut. Wortschatz, Physikwerte und technische Grundbilder lassen sich schlicht lernen. Was sich nicht trainieren lässt, ist die Grundkapazität dahinter — und wer etwas anderes verspricht, verkauft eine Hoffnung.
- Warum schafft man in den Untertests nie alles?
- Weil das so gebaut ist. Die Belastung liegt in allen Untertests bewusst über dem, was ein Mensch sauber bewältigt. Gemessen wird nicht, ob man fertig wird, sondern was man tut, wenn es zu viel wird. Wer im Training das Gefühl sucht, alles zu schaffen, übt am Test vorbei.
- Wie lange sollte man sich vorbereiten?
- Über Wochen statt über ein Wochenende. Die Dinge, die tatsächlich wachsen — Merkspanne, Tempo bei Vorstellungsaufgaben, Wortschatz — wachsen über Wiederholung in vielen kurzen Einheiten. Ein durchlernter Abend vor dem Termin bringt vor allem Müdigkeit.
- Was steht am Ende auf dem Ergebnisblatt?
- Keine Punktzahl je Untertest. Das Blatt bewertet Kompetenzbereiche mit je einem Buchstaben — von A (über dem Standard) bis D (unter dem Standard). Mehrere Untertests laufen dabei in dieselbe bewertete Zeile zusammen.
Üben statt lesen
Skyward bildet die elf Untertests einzeln nach, in sechs Stufen je Untertest — die letzte auf Testniveau. Vier Untertests lassen sich ohne Konto ausprobieren.